7 jahre schattenwerk – das interview
pünktlich zum 7jährigen bestehen von schattenwerk gibts das exklusive interview mit dem mann im schatten: mario baronchelli. befragt wurde er von einem langjährigen freund, der ihn kennt wie kein anderer: ihm selber.

7 jahre schattenwerk: was hat dich zur selbständigkeit bewegt?
ich kam damals zurück aus hamburg, wo ich gut 2 jahre für die schweizer niederlassung von namics (oft auch) gearbeitet hatte. die selbständigkeit ergab sich vor allem, weil ich zu faul war, bewerbungen zu schreiben.
du bist gelernter typograf, wie kamst du dazu, websites zu machen?
den ersten kontakt zum internet hatte ich in der packaging-design firma, wo ich arbeitete. gespannt standen wir um den einzigen rechner mit internet zugang und schauten dem animierten netscape-logo zu, bis die seite geladen war. dann wars klar, ich wollte auch internet machen. mit null ahnung hatte ich mich bei namics vorgestellt und wurde prompt eingestellt. kurz darauf ist die internet-blase geplatzt (im jahr 2000, anm. d. red). damit hab ich aber nichts zu tun. bei namics lernte ich von grund auf alles über html, gutes webdesign, usability, usw. an dieser stelle ein grosses dankeschön an das ehemalige team!
du bist also seit 10 jahren im netz tätig…
…ja hör mir auf! nirgends verändern sich dinge so schnell. gerade im internet sind 10 jahre schon ein halbes leben. da hat sich eine ganze menge erfahrung angesammelt. das hilft mir im alltag, kunden optimal zu beraten und vor bekannten und gern gemachten fehlern zu bewahren.
was hat sich verändert in den letzten 10 jahren?
haha, was für eine frage: alles! obwohl: viele denken immer noch, mit internet sei viel kohle zu machen. das ist auch so, genau wie in jedem anderen job, wenn man seine arbeit gut macht und hart arbeitet.
veränderungen sind sicher mal in technischer hinsicht passiert: was früher bild und text war ist heute in eine multimediale schlacht ausgeartet, dank flatrates und hispeed. dann hat sich auch der umgang mit dem netz verändert. vor nicht all zu langer zeit war man abhängig davon, was einem geboten wurde im www, heute ist jeder produzent von inhalten. ob das nun gut oder schlecht ist, sei dahin gestellt. dazu kommt der ganze social-media kram, leute schmeissen alles an informationen ins netz, oft ohne die folgen zu bedenken: das netz vergisst nichts…
zurück zu dir: woher kommt der name schattenwerk?
ganz einfach: ich werke im schatten, im hintergrund. der kunde soll im rampenlicht stehen, nicht ich.
was meinst du zum thema wachstum?
ich bin seit gut 20 jahren nicht mehr gewachsen.
…ääähm…
jaja…. nein, meine rolle als einzelkämpfer gefällt mir ganz gut. als teil eines grossen und grandiosen netzwerks kann nahezu jede anforderung erfüllt werden: texter, gestalter, programmierer, 3d-ler, illustratoren, drucker, bildbearbeiter, fotografen…
gutes stichwort: fotografie. wie kamst du dazu?
angefangen hat alles mit einer digitalen ixus, damals mit der grandiosen auflösung von 1024 x 768 px! ich konnte mit analogen kameras nie etwas anfangen, die sucher waren mir immer irgendwie suspekt und das kamera-display eröffnete mir ganz neue welten. schliesslich wurden meine anforderungen immer grösser, die erste spiegelreflex-kamera musste her. dann gings auch los mit der konzert fotografie. das equipment wurde immer besser und die freude an der jagd nach dem guten bild immer grösser. durch einen guten freund kam ich der analogen fotografie näher und bin heute begeisterter 35mm- und mittelformat-fan, am liebsten mit abgelaufenen filmen.
woher kommt die begeisterung für konzertfotografie?
ich mag musik. hören, machen, sehen. bei der konzertfotografie weiss man nie, was passiert. musiker bewegen sich dauernd, lichtsituationen ändern im sekundentakt, das ist eine enorme herausforderung und macht absolut spass. zudem ist es ein irres gefühl, im fotograben zu stehen, hinter einem die tobende meute und auf der bühne die grossen (und kleinen) stars. man befindet sich in einer art zwischenwelt.
was war dein schönstes erlebnis in den 7 jahren, was dein schlimmstes?
das schlimmste war vor etwa einem jahr, als ein langjäriger kunde plötzlich “verschwunden” war ohne die offenen rechnungen zu bezahlen. das war sehr traurig, da er uns (es waren mehrere leute in die aufträge involviert) gelinde gesagt ziemlich an der nase herum geführt hatte.
schöne erlebnisse gibts zum glück viel öfters: jedes mal, wenn ein kunde mit meiner arbeit zufrieden ist, die rechnung pünktlich bezahlt, wieder kommt und schattenwerk weiterempfiehlt. oder wenn aus kunden-beziehungen freundschaften werden.
womit muss man als schattenwerk kunde rechnen?
dass ich nicht vor 9 uhr anfange zu arbeiten, dass ich relativ deutlich meine meinung sage und dass ich niemanden über den tisch ziehe.
und was planst du für die nächsten 7 jahre?
tja, lasst euch überraschen!
